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Umgang mit kalten Brandstellen

Informationen für brandgeschädigte Haushalte

Information der Feuerwehr
zum Umgang mit kalten Brandstellen
nach VFDB Richtlinie  10/06


 
Liebe  Mitbürgerin , lieber Mitbürger,

ein Brand in Ihrer Wohnung / Haus  konnte gelöscht werden. Zurückgeblieben sind Ruß und  angebrannte oder verkohlte Einrichtungsgegenstände, Teppiche, Tapeten, Geräte, evtl. Bauschutt. Mit dieser Empfehlung wollen wir Ihnen  eine Orientierungshilfe für den Umgang mit der erkalteten  Brandstelle geben .Nutzen Sie auf jedem Fall die  Erfahrung und die Hilfe Ihres Wohngebäude- bzw. Hausratversicherers  und melden Sie diesem unmittelbar den eingetretenen Schaden.

Bitte  denken Sie daran alle weiteren Maßnahmen mit Ihrer Hausverwaltung  bzw. Ihren Vermieter und dem Versicherer abzustimmen, um mögliche  Nachteile bei der Schadenregulierung zu vermeiden.

Erste Maßnahmen

Betreten Sie die noch nicht erkaltete  Brandstelle frühestens eine Stunde nach Ablöschen des Feuers und nach  ausreichender Durchlüftung. Sorgen Sie dafür, dass keine  Brandverschmutzungen aus Brandrückständen mit Schuhen in nicht vom  Brand betroffene Bereiche verschleppt werden können. Decken Sie zu  diesem Zweck rußbedeckte Flächen im Gehwegbereich mit Folien ab und  legen Sie im Übergangsbereich vor die Nichtbetroffenen  Bereiche nasse  Tücher zum Schuhe abtreten. Klima- bzw. Lüftungsanlagen können durch  Brandrückstände belastet sein. In diesen Fällen sollten  Lüftungsanlagen nach einem Brand erst wieder in Betrieb gehen, wenn sie von einem Fachmann überprüft und ggf. gereinigt worden sind.

Gefährdungseinschätzung

Nach Ablöschen des Schadenfeuers und  Abkühlung des Brandgutes hat sich ein Teil der Verbrennungsprodukte  als Ruß- und Rauchniederschlag auf Ihre Einrichtung verteilt. Ruß und  angebrannte oder verkokte Materialien (sog. Brandrückstände)  können giftige und reizende Stoffe enthalten. Deren Gehalt ist abhängig von der Art  und Menge des verbrannten Gutes, vom Brandverlauf und der Abführung  der Rauchgase. Doch auch wenn Schadstoffe gebildet wurden, bedeutet dies noch keine unmittelbare Gefährdung.

Im Brandfall gebildete Schadstoffe sind häufig so stark an Ruß  gebunden, dass eine Aufnahme über die Haut bei einer möglichen  Beschmutzung als gering angesehen werden kann. Auch haben Erfahrungen aus vielen  Brandschäden gezeigt, dass brandbedingte Schadstoffe nur dort  nachweisbar waren, wo auch optisch deutlich wahrnehmbare  Brandverschmutzungen vorlagen. In diesem Zusammenhang ist  festzustellen, dass mit der Entfernung der brandbedingten  Verschmutzungen in der Regel auch die Schadstoffe beseitigt werden. Bis zur endgültigen Sanierung kann  ein mehr oder weniger intensiver Brandgeruch auftreten. Eine gesundheitliche Gefährdung ist hierdurch normalerweise nicht zu  erwarten. Dennoch sollten Sie, schon um sich vor ausdünstenden, reizenden Stoffen zu schützen, die folgenden  Hinweise befolgen.

Reinigung und Sanierung

Reinigungsarbeiten in Bereichen, bei der  nur relativ kleine Mengen verbrannt sind (z.B. Papierkorbbrand,  angebrannte Gegenstände oder Brände mit geringfügiger  Brandverschmutzung), können ohne Einhaltung besonderer Schutzmaßnahmen  mit haushaltsüblichen Mitteln (Gummihandschuhe) durchgeführt werden. Darüber hinausgehende  Reinigungs- und Sanierungstätigkeiten können unter Einhaltung der  nachstehend empfohlenen Schutzmaßnahmen von Fachfirmen, aber auch vom  Brandgeschädigten selbst vorgenommen werden. Wie bei den Erstmaßnahmen  ist auch hier darauf zu achten, dass keine Brandverschmutzungen aus  Brandrückständen mit Schuhen in nicht vom Brand betroffene Bereiche  verschleppt werden und dass staubarm gearbeitet wird. Die nachfolgend  aufgeführten Schutzvorkehrungen sind von Fachfirmen einzuhalten,  sollten aber auch von Brandgeschädigten, die selbst die  Reinigungsarbeiten durchführen wollen, zu ihrem eigenen Schutz beachtet  werden:

- Einmalanzüge mit Kapuze aus verstärktem Papiervlies oder Kunststoff für Staubarbeiten

- Atemschutz (textile Halbmaske der Schutzgruppe P  3)

- Schutzhandschuhe aus Leder-Textilkombination für Trockenarbeiten

- Gummihandschuhe für Nassarbeiten

Handschuhe und Einmalanzüge  verbleiben im Schadenbereich und können mehrfach verwendet werden,  wenn ihr
Zustand dies zuläßt. Textile Atemschutzmasken werden nur einmal  getragen.
Bei Gummihalbmasken sind die Hautkontaktflächen vor der Wiederverwendung durch feuchtes Abwischen mit Reinigungsmittel und  Wasser zu reinigen. Nach Verlassen des Schadenbereiches ist eine  gründliche Körperreinigung (Duschen) vorzunehmen.

Entsorgung

Voraussetzung für eine optimierte stoffliche Verwertung ist die getrennt Haltung und -sammlung von  Wertstoffen. Schon bei den Aufräumungsarbeiten ist es daher wichtig, auf getrennte, beziehungsweise gemeinsam zu erfassende, zu verwertende oder zu  behandelnde Abfallarten zu achten. Ziel soll sein, die Brandrückstände  den entsorgungspflichtigen Körperschaften oder Dritten so zu überlassen, dass ein möglichst großer Anteil verwertet werden kann.  Dazu sollten Brandrückstände bereits an der Brandstelle getrennt  werden in: verwertbare Bestandteile, nicht verwertbaren Restmüll und  brandverschmutzte und mit Russ beaufschlagte Materialien.

Verwertbare Bestandteile sind z.B. :
metallische Bestandteile (Schrott)  Steine, Ziegel, Mauerreste (Bauschuttrecycling)

Beispiele für nicht verwertbaren  Restmüll:
Arznei- und Lebensmittel, die offen  gelagert, deren Verpackung vom Brandrauch durchdrungen, oder die  von der Wärme betroffen wurden, müssen vernichtet werden.

Brennbare Bestandteile (verkokte  Kunststoffprodukte, Holz, Teppiche, Tapeten und Rückstände aus den  Reinigungsmaßnahmen) können in der Regel der Hausmüllentsorgung  zugeführt werden.

Erkennbare Sonderabfälle:
Zum Beispiel Chemikalien, Farben,  Lacke, Lösemittel, Batterien sollten wie üblich getrennt den  bekannten Entsorgungswegen zugeführt werden.

Wo sichtbar größere Mengen PVC oder  andere chlororganische Stoffe enthaltende Materialien verbrannt bzw.  verschwelt sind, sollte der Entsorgungsweg nach Absprache mit einem  Fachunternehmen erfolgen.